Berlin – du Perle
Ich lebe gern da, wo ich lebe. Es ist eine Stadt, die mich immer wieder so in Bann zieht, der ich niemals untreu werden könnte: Berlin. Um es en vogue auszudrücken: Ein Hauch von “Yes, we can!” scheint ständig durch die Straßen zu schweben. Wie ein Chamäleon ändert sich die Stadt fast Schritt auf Tritt, ist mal nostalgisches Kneipenviertel, dann Respekt heischender Regierungsbezirk, dann futuristische Zukunftsvision. Unter einer riesigen Glaskuppel auf der Dachterrasse einer Kneipe mit Blick auf einen in allen Farben leuchtenden Springbrunnen zu sitzen – das gibt es eben nur in Berlin. Und nur zwei Minuten davon entfernt ein Stück Mauer, so mitten drin, wie sie vor der Wende stand. Ein wichtiges Stück Erinnerung – denn ich gehöre zu jenen, welche die geteilte Stadt nie erlebt haben. Dort, vor diesem Stück Mauer mit den Fotos, wurde die Vergangenheit aber plötzlich bedrückend lebendig.
Heute können wir uns kopfschüttelnd abwenden und weitergehen. Um gleich darauf zu erleben, dass etwas dran ist an den Klischees über die Berliner Bevölkerung. Nur einen Augenblick lang stand ich etwas unschlüssig in einer Straße und wusste nicht, wohin ich mich wenden sollte. Da stand der Berliner mit seinem Auto schon da, sprang raus und lud mich auf eine Rundfahrt durch die Stadt ein. Wie schade, dass ich beruflich da war und aus diesem Sightseeing aus Zeitgründen leider nichts werden konnte. Aber ich kann ja wieder hinfahren und ein bisschen dumm in die Gegend gucken – nur dann mit viel, viel Zeit…!